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Heilpädagogisches Voltigieren

an der Astrid –Lindgren –Schule Neckarsulm

Das heilpädagogische Voltigieren (hV) findet ein mal die Woche freitags in Kooperation mit dem Reitverein Bad Friedrichshall – Kochendorf statt.
 
Die Gruppe besteht aus 7 Schülerinnen und Schüler, die körperlich wenig auffällig sind, da wir regelmäßig an den Special Olympics teilnehmen wollen. Bisher sind wir schon in Hamburg (2004), Berlin (2006 ) und in Karlsruhe(2008) gestartet. Dabei haben wir Gold, Silber und Bronzemedaillen gewonnen.
 
 
Heilpädagogisches Voltigieren – welche menschlichen Bereiche werden berührt?
 
Beim Zusammensein mit Pferden und beim Voltigieren ist es eine einzigartige Gelegenheit alle Sinne anzusprechen.
 
Taktil, es liegt nahe, dass das weiche Fell den Wunsch nach Berührung auslöst. Das ganze Pferd kann taktil unterschiedlich erfahren werden( das weiche Fell, die feste Mähne, der harte Huf, die weiche Nüstern). Beim Voltigieren können die gesamten Bewegungen des Pferdes wahrgenommen werden.
 
Akustisch werden die Bewegungen im Takt und Rhythmus der einzelnen Gangarten des Pferdes wahrgenommen. Der Schritt wird meist als beruhigender Rhythmus und der Galopp als beschwingender Rhythmus wahrgenommen. Gleichzeitig wird das Schnauben als Teil der Kommunikation beim Pferd wahrgenommen. ( eine Spannbreite von zufrieden bis zornig oder Angst).
 
Olfaktorisch, über den Geruchsinn wird das Pferd und seine Lebenswelt erlebt. Auffällig ist hier, dass es für die meisten Menschen im Pferdestall angenehm, wohlig riecht.

Visuell wird das ganze Pferd erfahren. Über das Ohrenspiel des Pferdes können wir dessen wohlbefinden deuten.

Vestibulär ( Gleichgewichtssinn ) ist allein beim freien Sitzen auf dem Pferd beständig gefordert. Die Koordination der dreidimensionalen, gleichmäßigen Bewegungen des Pferdes mit dem eigenen Körper, ist eine Übung welche selbst in der modernen Physiotherapie nicht erbracht werden kann. Das Spiel mit dem Gleichgewicht , übt eine besondere Faszination auf Kinder aus.( ähnlich wie das Wippen auf eine Schaukel ).
 
Bezogen auf die Fähigkeit des Pferdes, den Menschen zu tragen, weiß man welche entwicklungspsychologische frühe Erfahrung hierbei angesprochen, erinnert oder auch nachgeholt werden kann. Denn getragen zu werden, ist eine Erfahrung, die man in erster Linie vor der Geburt und dann als kleines Kind erlebt. Sich vom Pferd tragen zu lassen kann aber auch bedeuten Verantwortung abzugeben und sich tragen zu lassen. Die Fortbewegung auf dem Pferd ist immer eine aktive Bewegungserfahrung. Ein Einschwingen und Einfühlen in die Bewegung des Pferdes ist möglich.
 
Beim heilpädagogischen Voltigieren ist das Wachsen im sozialen Bereich das primäre Ziel.
 
 
 
 
 

 


 

 

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