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Unterstützte Kommunikation an der Astrid-Lindgren Schule

An der Schule gibt es einen Arbeitskreis, der sich mit den Themen der UK beschäftigt und der durch mehrere thematisch orientierte Treffen für die Umsetzung der Unterstützten Kommunikation im Schulalltag steht (z.B. welche Inhalte sind auf einer Symboltafel sinnvoll, mit welchen Worten belege ich einen Talker, welche Stimme benutze ich, wie finde ich relevante Themen, wie beantrage ich ein Hilfsmittel, wie funktioniert Boardmaker, wie kann ich Arbeitsblätter erstellen für die UK,...) 
Zielgruppe der unterstützten Kommunikation sind  die Schülerinnen und Schüler ohne Lautsprache bzw. mit Schwierigkeiten das auszudrücken, was sie beschäftigt.

Dafür haben wir an einer GLK aktuelle Anwendungsmöglichkeiten von Bigmacks, Umfeldsteuerungen und Go Talk gezeigt. Zur Dokumentation steht ein Raster zur Verfügung, dass auch die körpereigenen Kommunikationsmöglichkeiten mit einschließt. Durch Übergabegespräche bei einem Lehrkräftewechsel versuchen wir die Sprache des Schülers/der Schülerin möglichst genau zu beschreiben, damit in der neuen Klasse optimale Voraussetzungen für den Start gegeben sind.

Hier einige Beispiele, um die Schule zum Sprechen zu bringen:Z.B. Katja: im Klassenzimmer steht ein „Bett“ für sie. Ein Power Link ist fest installiert und mit einem Kassettenrecorder und einer Lampe verbunden.

 Während sie gelagert wird kann sie Lampe und Kassettenrecorder bedienen. Noch ist die Bedienung der Schalter sehr zufällig, aber sobald die Musik angeht werden ihre Augen groß und sie beginnt den Kopf zu heben, sie bemerkt die Veränderung, die sie auslöst. Alternativ bieten wir ihr auch die Massagematte an, die mit einem Schalter verbunden ist. Die Reaktionen sind wie oben beschrieben. Katjas Mitschüler finden es toll, dass Katja Musik macht und kommunizieren mit ihr, indem sie sie auffordern Musik zu machen. Oder sie setzen sich zu ihr und machen ihr die Massagematte an und bleiben ein wenig bei ihr sitzen.
 
Mit Schalter und Küchenmaschine bereitet Katja mit einer FSJ’lerin den Nachtisch bzw. Kuchenteig zu.
 
Mit dem BigMack beginnt Katja das Guten-Morgen Ritual in der Klasse. Die Schüler besprechen den BigMack für ihn z.B. „Guten Morgen Daniel“ und fordern sie auf den Schalter (vielleicht besser sprechende Taste – wenn Schalter, dann eher bei Jelly Bean etc.) zu drücken. Der Guten-Morgen-Gruß macht so die Runde.
 
Auf einer anderen sprechenden Taste ist der Rhythmus für das Tischgebet aufgespielt. Vor dem Essen drückt Katja die Taste und die anderen beginnen mit dem dazu passenden Spruch.
 
Klaus benutzt den Bigmack, um seinen Eltern von der Schule zu „erzählen“, die Eltern besprechen den Bigmack und Arnold „erzählt“ uns so vom Wochenende. Das Wichtigste dabei ist, dass er selbständig an den Bigmack denkt, ihn aus der Tasche holt und er weiß, das er uns etwas mitteilen kann. 
 
Jenny stehen auf ihrem Mercury (der Mercury ist eine elektronische Kommunikations-hilfe mit synthetischer Sprachausgabe) viele thematische Tafeln bestehend aus Symbolen, Schrift und Fotos zur Verfügung. So gibt es z.B. Seiten zu Gefühlen, Personen, einzelnen Unterrichtsthemen, dem Kalender oder zur Körperpflege. Ihr Vokabular ist auf mehreren Ebenen angelegt und in die Bereiche „zu Hause“ und „Schule“ unterteilt, es existieren aber auch einige gemeinsame Seiten. Per Touchscreen kann Jenny einzelne Symbole auswählen und/ oder zu Sätzen verbinden, die dann für alle hörbar wiedergegeben werden. Somit bekommt sie eine Stimme! Sollte das Gerät einmal ausfallen oder nicht benutzt werden können, stehen ihr die Tafeln auch als Kommunikationsbuch (ausgedruckte Seiten des Mercury) zur Verfügung.
 
Jonas hat sein Kommunikationsbuch jeden Tag im Rucksack dabei, er benutzt es zu Hause und im Kindergarten. Es besteht aus mehreren thematischen Tafeln mit maximal 20 Symbolen, Fotos oder Gebärdenbildern auf die er zeigen kann. Der Aufbau orientiert sich an einer Tafel für einen GoTalk 20+ (elektronisches Kommunikations-gerät mit natürlicher Sprachausgabe). Die Anschaffung eines solchen Gerätes wäre perspektivisch eine Möglichkeit für Jonas. Auf jeder Seite gibt es eine stets gleiche Zeile für Kernvokabular wie „Nochmal!“ oder „Ich möchte nicht!“. Mit Hilfe des Buches berichtet Jonas von Wochenendaktivitäten, fordert Hilfe ein oder teilt mit, ob er allein spielen möchte und womit. Außerdem enthält das Buch eine Liste, auf der die Eltern und der Kindergarten die verwendeten Gebärden vermerken, somit wird Jonas Gebärdenwortschatz festgehalten.
 

Der Gebrauch von Gebärden ist an der Schule bereits etabliert. Der Kindergarten kümmert sich um die Gebärde des Monats und hängt diese im Eingansbereich aus. Wir orientieren uns schwerpunktmäßig an der Sammlung „Schau doch meine Hände an“ sowie ergänzend an den „GUK“-Kästen. Als ein Element im Kindergartenalltag werden Gebärden eingesetzt:

  • zur Begleitung von Kreisspielen, Liedern und Fingerspielen
  • als Ergänzung von Symbolen am Stundenplan (Fotokarten der CD-rom „Schau doch meine Hände an“)
  • für wichtige Bedürfnisse, Wünsche und wiederkehrende Situationen (z.B. Bitte!, Toilette, essen, Ich brauche Hilfe!, vorbei) 
  • zur Unterstützung beim Lernen und Kommunizieren in alltäglichen Themenfeldern (z.B. Farben, Tiere, Nahrungsmittel, Spielzeug)
Zur UK Förderung gehört natürlich auch die Unterstützung von Eltern und Lehrkräften bei der Hilfsmittelversorgung, das Veranstalten von Fortbildungen schulintern aber auch im Schulamtsbezirk (sie finden sich im aktuellen Fortbildungsheft des Schulamtes Heilbronn wieder), das Vorstellen UK relevanter Software, die Arbeit an Computern, um wenn-dann Beziehungen anzubahnen und mehr Zugangsmöglichkeiten schaffen für Lernsoftware...
Seit 2007 gibt es einen regionalen Arbeitskreis, der sich aus Lehrkräften aller G/K Schulen des Schulamtes Heilbronn zusammensetzt. In diesem Kreis werden die Fortbildungswünsche fürs kommende Schuljahr erhoben und an Schulkonzeptionen gearbeitet.
 
Unterstützte Kommunikation ist ein großes Arbeitsfeld, dass sich lohnt, wenn man die Begeisterung der Schüler und Schülerinnen sieht, die sich plötzlich mitteilen können und bemerken, dass sie etwas bewirken können.
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